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Dienstag, 23. Februar 2010, 15:11
Uni Linz auf Röntgens Spuren
Vor knapp hundert Jahren wurde der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen von seinen Kollegen noch verlacht, als er elektrische Ladungen auf ein Gummiband auftrug. Heute entdeckt die Johannes Kepler Universität Linz den anwendbaren Nutzen dieses Experiments der Grundlagenforschung, etwa bei der Herstellung künstlicher Muskeln.
Siegfried Bauer wühlt in der Mottenkiste der Grundlagenforschung. © JKU „Manchmal dauert es halt mehr als hundert Jahre, bis einem einfällt, was man mit einem Experiment vielleicht einmal machen kann und deshalb ist es auch wichtig zu erkennen, dass man der Grundlagenforschung Zeit geben muss“, erklärt Siegfried Bauer, Professor am Institut für Experimentalphysik der Johannes Kepler Universität Linz. „Heute hat man erkannt, dass die Deformation weicher Materialien durch elektrische Kräfte genutzt werden kann, um beispielsweise Robotikelemente oder auch elektrisch veränderbare optische Linsen gestalten zu können“, so Bauer. Wilhelm Conrad Röntgen fehlten damals die technischen Möglichkeiten, das Experiment messend zu verfolgen. Heute ist klar, dass das Aufsprühen der Ladung auf Gummi eine Alternative zum Einsatz von Elektroden ist, der meist die Materialien kollabieren lässt. Derzeit benötigt dieser Vorgang noch relativ hohe Betriebsspannungen und ist daher nur eine Nischenanwendung. In etwa fünf bis zehn Jahren wird aber mit Produkten aus dieser Anwendung gerechnet. |
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