pixel
Last update: 2012.02.03, 16:19
pixel


pixel
pixel

You're not logged in ... login


pixel  
Kohlendioxid als Kunststoffrohstoff

Im Projekt "Dream Production" arbeiten Bayer Material Science, Bayer Technology Services, RWE Power AG sowie die RWTH Aachen University zusammen an der Herstellung von Polyetherpolycarbonatpolyolen (PPP) durch chemische Bindung von CO2. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Errichtung und Inbetriebnahme einer Pilotanlage im Chempark Leverkusen.



Das im Projekt zum Einsatz kommende Kohlendioxid wird im Braunkohlekraftwerk Niederaußem von RWE Power durch Rauchgaswäsche gewonnen. ©RWE Power

Der Schlüssel für eine derartige Umsetzung liegt in der Katalyse. „Dream Reactions“ war die humorvolle Bezeichnung für Reaktionen, die im Labor erprobt wurden, von deren industrieller Umsetzung man aber bisher nur träumen konnte, im Rahmen eines Projekts von Bayer Technology Services. CO2 chemisch zu binde, ist eine solche Traumreaktion, die im Labor durch geeignete Katalyse trotz der Reaktionsträgheit von Kohlendioxid bereits gelungen ist.

Im Projekt "Dream Production" sollen die vielversprechenden Ergebnisse aus dem Labor nun erstmals in den Technikumsmaßstab überführt werden. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger betreute Initiative wird in den kommenden drei Jahren mit insgesamt über 4,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Grundstein des Konsortiums wurde im Rahmen des Katalysezentrums CAT gelegt, das eine Kooperation von Bayer Material Science, Bayer Technology Services und dem Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der RWTH Aachen University ist.

Vom Rauchgas zum Polstermöbel
Die durch die Katalyse gewonnenen Polyetherpolycarbonatpolyole sind attraktive Materialien. Die aus ihnen hergestellten Polyurethane können in der Gebäudedämmung, für Leichtbauteile in der Automobilindustrie oder als Material für Matratzen und Polstermöbel verwendet werden.

Das im Rahmen des Projekts eingesetzte CO2 wird aus dem Braunkohlenkraftwerk von RWE Power in Niederaußem stammen. Dort betreibt der Stromerzeuger in seinem Innovationszentrum Kohle eine CO2-Wäsche, mit der das Kohlendioxid aus dem Rauchgas abgetrennt wird. Für das Projekt „Dream Production“ wird die CO2-Wäsche zusätzlich mit einer Verflüssigungsanlage ausgestattet, so dass das Kohlendioxid nach Leverkusen transportiert werden kann. Die CO2-Verflüssigungsanlage wird flexibel für unterschiedliche Anforderungen an das CO2 wie Drücke und Reinheiten im Kilogramm- bis Tonnenmaßstab errichtet und betrieben.

Kommentar abgeben