pixel
Last update: 2012.02.03, 16:19
pixel


pixel
pixel

You're not logged in ... login


pixel  
Fullerene in planetarischem Nebel entdeckt

Wissenschaftler der University of Western Ontario haben erstmals Fullerene im Weltall nachgewiesen. Die Moleküle mir der Summenformel C60 und der Form eines Fußballs waren seit Langem in der Nähe kohlenstoffreicher Riesensterne vermutet worden.


Mithilfe des NASA-Teleskops Spitzer konnten Fullerene in einem planetarischen Nebel entdeckt werden. ©NASA/JPL-Caltech

Ein Team von Astronomen um Jan Cami, der an der University of Western Ontario, Kanada, und am SETI Institute in Mountain View, Kalifornien, forscht, hat mit Hilfe des NASA-Weltraumteleskop Spitzer einen planetarischen Nebel untersucht und dabei in den Infrarotspektren des untersuchten Nebels überraschenderweise die Signaturen der Moleküle C60 und in geringerem Ausmaß C70, einer etwas länglicheren variante von Fullerenen, entdeckt. Planetarische Nebel bestehen aus Gas und Staub, die von einem Stern in der Spätphase seiner Entwicklung abgestoßen werden, wodurch sich dieser zu einem sogenannten Weißen Zwerg entwickelt.

Modifikation des Elements Kohlenstoff
Fullerene, sphärische Moleküle aus Kohlenstoffatomen, sind neben Diamant, Graphit und Kohlenstoff-Nanoröhrchen die vierte Modifikation elementaren Kohlenstoffs. Benannte wurden sie nach dem Architekten Buckminster Fuller, der mit seinen geodätischen Kuppeln die Geometrie der später entdeckten Moleküle vorwegnahm. Besonders bekannt geworden ist die Variante aus 60 Kohlenstoffatomen, die die Form eines Fußballs hat (und deshalb – ebenfalls nach Fuller – auch Buckyball genannt wird.)

Da bei dererstmaligen Synthese von Fullerenen im Labor Bedingungen wie in der Nähe von alternden kohlenstoffreichen Sternen verwendet wurden, vermutete man ihre Existenz in derartigen Objekten seit Langem. Dennoch scheint die jetzige Entdeckung ein Glücksfall gewesen zu sein. Die Wissenschaftler hatten das Teleskop gerade auf einen Stern gerichtet, in dessen Umgebung die Fullerene gerade auf Raumtemperatur abgekühlt waren und daher in den Infrarotspektren gut nachgewiesen werden konnten.

Da freut sich der Entdecker
Dementsprechend erfreut reagierte Harry Kroto, Chemie-Nobelpreisträger von 1996 und einer der Entdecker der Fullerene: „Dieser Durchbruch hat den überzeugenden Beweis geliefert, das Fullerene, wie ich schon lange vermutet habe, seit undenklichen Zeiten in den finsteren Winkeln unserer Galaxie existierten.“

Die Ergebnisse wuren im Magazin Science veröffentlicht

Kommentar abgeben