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Freitag, 30. Juli 2010, 19:01
Ein Roboter aus Polycarbonat
Der humanoide Roboter „Myon“ ist der weltweit erste seiner Art, bei dem die Körperteile während des Betriebs unter Beibehaltung aller Funktionen komplett abgenommen und wieder angeflanscht werden können. Auf dem International Design Festival DMY und im Wissenschaftskolleg Berlin wurde der Forschungsroboter jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Für die Verschalung des Roboters „Myon“ kamen verschiedene Polycarbonat-Typen zum Einsatz. ©Bayer Material Science Seine Entstehung verdankt das kleine technische Wunderwerk einer engen Zusammenarbeit des Labors für Neurorobotik (NRL) der Humboldt-Universität Berlin mit dem Kölner Design-Studio Frackenpohl Poulheim und der Bayer Material Science AG. Deren Polycarbonat Makrolon kommt bei der Gestaltung der äußeren Verschalung zum Einsatz, die gleichermaßen für die ästhetische Gestalt des Roboters verantwortlich ist und dessen empfindliches elektronisches Innenleben schützt. Ein freundlicher Roboter Eines der Ziele bei der Entwicklung von Robotern ist ihre Interaktion mit Menschen. „Deshalb sollte Myon freundlich erscheinen und eine positive Ausstrahlung zeigen, auch wenn er natürlich kein menschliches Wesen ist“, erläutert André Poulheim, einer der Designer von Myon. „Roboter können sonst leicht bedrohlich wirken, zum Beispiel wenn die Schultern zu breit konstruiert sind.“ Mit 1,25 Meter Höhe entspricht Myon der Körpergröße eines achtjährigen Kindes. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts ALEAR (Artifical Language Evolution on Autonomous Robots) untersuchen Manfred Hild und sein Team am NRL Bewegungsabläufe von autonomen Robotern. Eine genaue Analyse typisch menschlicher Bewegungen etwa beim Gehen zeigt, dass diese sehr komplex sind und beispielsweise vom Körperbau abhängen. Auf den Roboter Myon übertragen, erweisen sich dessen insgesamt sechs autonome Körperteile und der modulare Aufbau als sehr vorteilhaft, denn diese Abläufe können hier zunächst an isolierten Gliedmaßen, etwa einem Bein, entwickelt und dann nach und nach zu einem Gesamtverhalten des Roboters weitergeführt werden. Im Ergebnis können Arme und Beine einzeln bewegt werden, müssen aber auch gemeinsam funktionieren. Auswahl des geeigneten Materials „Die ästhetische Gestalt und die Beweglichkeit des Roboters stellten besondere Anforderungen an das verwendete Material, denn dieses darf die Funktionalität nicht beeinträchtigen und muss sich für eine individuelle Formgebung eignen“, sagt Lorenz Kramer, der das Projekt betreut und bei Bayer Material Science für den Bereich Robotics verantwortlich zeichnet. Bei den Versuchen erwiesen sich das glasfaserverstärkte, hochsteife und flammgeschützt ausgestattete Polycarbonat Makrolon 9425 und das glänzend-transparente Makrolon ET3113 als die Materialien der Wahl. |
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